Donnerstag, 9. September 2010

Campact: stuttgart 21 und mehr

wenn die Bahn endlich zu einer überzeugenden, klimafreundlichen Alternative zu Auto und Flugzeug werden soll, müssen bundesweit veraltete Zugstrecken ausgebaut und die häufig marode Infrastuktur modernisiert werden. Doch Bundesregierung und Deutsche Bahn wollen die knapper werdenden Gelder lieber in ein Prestigeprojekt versenken: "Stuttgart 21".

Dabei ist das Vorhaben ohne jeden verkehrspolitischen Nutzen: Mit der Verlegung des Hauptbahnhofs unter die Erde würde die Anzahl der Gleise von sechzehn auf acht halbiert. Bestehende Engpässe würden nicht behoben, sondern verschärft. Und die prognostizierten Milliardenkosten werden ständig nach oben korrigiert.

Unterstützen Sie jetzt die kraftvolle Bürgerbewegung gegen "Stuttgart 21" und verlangen Sie von Verkehrsminister Ramsauer, Ministerpräsident Mappus und Bahnchef Grube den Stopp des Milliardengrabs.

Unterzeichnen Sie unseren Appell!

Die Kostensteigerungen für "Stuttgart 21" entziehen der politischen Entscheidung für das Projekt jede Legitimität. Denn sie wurde auf einer völlig überholten Basis getroffen: Ursprünglich schätzte die Landesregierung die Gesamtkosten auf 4,5 Milliarden Euro - inklusive der Neubaustrecke nach Ulm. Mittlerweile fürchtet das Umweltbundesamt Ausgaben von bis zu 11 Milliarden. Eine Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs würde nur einen Bruchteil kosten - und vor allem weit mehr Bahnverkehr ermöglichen.

Trotz des beeindruckenden und ständig wachsenden Protests der Stuttgarter/innen stellen die politisch Verantwortlichen auf stur. Anfang der Woche scheiterte ein Runder Tisch, da Bahn und Landesregierung sich weigerten, wenigstens bis zum Gespräch die Abrissbagger ruhen zu lassen. Unterstützen Sie jetzt die Menschen vor Ort, die seit Jahren gegen das Projekt kämpfen. Verlangen Sie von den politisch Verantwortlichen, dass sie endlich handeln!

Fordern Sie den Baustopp für Stuttgart 21!

Weitere Informationen lesen Sie im 5-Minuten-Info...

Was noch alles bei Campact passiert, erfahren Sie wie immer im Nachrichtenteil.

Mit herzlichen Grüßen
Astrid Goltz

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1. Anti-Atom-Appell: Über 65.000 kündigen Protest an

Weit über 65.000 Menschen haben in den ersten drei Tagen unseren Appell unterzeichnet und angekündigt, sich an Protesten gegen die schwarz-gelbe Atompolitik zu beteiligen. Derweil werden weitere skandalöse Einzelheiten des Atomdeals vom Sonntag bekannt: In der langen Nacht im Kanzleramt wurde ein Abkommen mit den Atomkonzernen geschlossen, das die Regierung aber geheim hält. Gestern Abend berichtete "Monitor", dass die Regierung das gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsniveau für die Reaktoren sogar absenken will. Ursprünglich hatte die Regierung umfangreiche Sicherheits-Nachrüstungen im Gegenzug zu längeren Laufzeiten versprochen.

Bis zum 28. September, wenn das Kabinett über die Atompolitik entscheidet, wollen wir mindestens 100.000 Unterschriften unter den Appell beisammen haben. Können Sie uns unterstützen?

Appell unterzeichnen...

Freunde per Mail informieren...

Webbanner auf eigene Homepage setzen...

2. BP: Ölkonzern verschiebt Tiefseebohrung im Mittelmeer

Über 44.000 Campact-Aktive unterzeichneten unseren Appell an BP, endlich Konsequenzen aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zu ziehen und auf Tiefseebohrungen im Mittelmeer vor der libyschen Küste zu verzichten. Jetzt gibt es einen ersten Zwischenerfolg: BP verschiebt die Bohrung erstmal auf Ende des Jahres. Vor zwei Wochen hatte sich der Ölmulti bereits aus dem Wettstreit um Bohrlizenzen vor der Küste Grönlands zurückgezogen. Wir werden weiter dran bleiben.

Haben Sie den Appell an BP schon unterzeichnet?

3. Modeschau der letzten Hemden in Berlin

Zusammen mit dem Haushalt für kommendes Jahr will die Bundesregierung ihr Sparpaket durch den Bundestag bringen. Während Besserverdienende und Wirtschaft weitgehend verschont werden, soll bei ohnehin sozial Benachteiligten massiv gekürzt werden - und ihnen auch noch das "letzte Hemd" genommen werden. Fast 2.000 Menschen haben uns und unseren Kooperationspartnern in den letzten Wochen fast 2.000 "letzte Hemden" zugeschickt - bemalt mit ihren Slogans und Forderungen nach einer sozial gerechten Sparpolitik.

Am kommenden Donnerstag, den 16. September, präsentieren wir ab 10.00 Uhr die "letzten Hemden" vor dem Reichstag - parallel zur Bundestagsdebatte. An einer langen Wäscheleine flattern die Hemden im Wind, während die besten Sprüche in einer "Modeschau der letzten Hemden" vorstellt werden.

Kommen Sie zur Aktion...

4. Bürgerrechte: Demo "Freiheit statt Angst" am Samstag in Berlin

Wie schon in den Vorjahren ruft ein breites Bündnis dazu auf, für Bürgerrechte, Datenschutz und ein freies Internet auf die Straße zu gehen. Die Demonstration "Freiheit statt Angst" findet am Samstag, den 11. September in Berlin statt. Sie ist Teil des internationalen Aktionstages "Freedom not Fear".

http://blog.campact.de/

1 Kommentar:

  1. Ich muss ja zugeben, dass aus meiner norddeutschesten Wohnsituation Stuttgart irgendow hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen ist, fast schon Italien. Insofern finde ich mich bei dem Bahnhofsprojekt nicht sonderlich gut informiert. Dennoch erlaube ich mir, mich laut zu fragen: Was ist daran verwerflich, wenn ein Bahnhof, ein hässlicher noch dazu, unter der Erde verschwindet? Was ist schlimmes daran, wenn ein fpr den Zugverkehr zeitraubender Kopfbahnhof zu einem durchgehenden Bahnhof wird? Kann für die Reisezeioten nur gut sein.
    Herbert Vater

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