Auf der Basis einer Vorlage von mir hat Herr Dr. Guggenbichler den nachfolgenden kritischen Textverfasst:
Es wäre schön, wenn die Grünen recht hätten in Bezug auf Ernährung. Sie schreiben: "Nahrungsergänzungsmittel entsprechen oftmals nicht den Grundsätzen einer naturnahen und ökologischen Ernährung. " sowie "Nahrungsergänzungsmittel werden von Ernährungswissenschaft und Verbraucherverbänden in Deutschland größtenteils als überflüssige bewertet." Von wem lassen sich die Grünen beraten? Ich will nur mal zwei Beispiele erwähnen:
Vitamin C: Nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung braucht der Erwachsene ca. 400 mg Vitamin C/Tag. Der Begründer der Orthomolekularmedizin, Linus Pauling spricht übrigens von 2 g/Tag, also 2000 mg Tagesbedarf! Der Spruch "One Apple a day keeps the doctor away!" war in den 50-er Jahren noch richtig. Heute aber ist es so, dass aus Gründen die zwar bekannt sind, aber hier unerwähnt bleiben sollen erst 4 kg Äpfel die geforderten 400mg Vit. C enthalten. Kennen Sie jemanden, der 4 kg Äpfel pro Tag isst?
Essentielle Fettsäuren: In der modernen mitteleuropäischen Kost liegt der PS-Quotient (Verhältnis ungesättigter zu gesättigter Fettsäuren) zwischen 0,2 bis 0,5. Das heißt, dass beim Verzehr von 2 -5 Gramm gesättigter Fettsäuren nur 1 Gramm ungesättigte Fettsäuren aufgenommen werden. Gesundheitlich anzustreben wäre ein Verhältnis deutlich größer als 1. Von traditioneller Kost lebende Eskimos haben einen P-S-Quotienten von 20 und kennen weder Arteriosklerose noch Herzinfarkt. Die höchsten Omega-3-Linolen-Fettsäuren-Anteile findet man bei frei lebenden Fischen und Wildtieren. Es ist Ihnen sicher geläufig, dass der Anteil solcher Tiere an der Durchschnittsernährung denkbar gering ist und nicht gesteigert werden kann. Wie anders als durch Nahrungsergänzungsmittel aus Nachtkerzenöl, Lachsöl oder Schwarzkümmelöl oder kaltgepresstem Walnuss-, Sesam-, Mandel-, Distel-, oder Sonnenblumenöl soll der physiologisch optimale Anteil an Fettsäuren in der Nahrung erreicht werden?
Ist Ihnen nicht bekannt, dass im Jahr 2003 nur 2,5 % der Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau kamen, bei 5,1 % Anteil (2007) an der Landwirtschaftsfläche?
Wie wollen Sie den Gedanken einer "naturnahen und ökologischen Ernährung" weiter verbreiten?
Ist Ihnen nicht bekannt, dass 1998 der durchschnittliche Deutsche mit der "Normalkost" pro Jahr ca 13 kg Nahrungsmittelchemie verzehrte, von der die Lübecker Verbraucherberatung im März 1999 sagte, dass ein Teil dieser Substanzen erwiesenermassen als krebserregend einzustufen sei und dass sich der Anteil auf 25 kg im Jahr 2002 erhöht hat?
Das ist keine Polemik, sondern belegbar. Ebenso ist es Tatsache, dass wir heute aufgrund von Pestiziden aus der Nahrungsmittelkette, wegen Elektrosmog, wegen erhöhter atomarer Grundstrahlung (seit Tschernobyl) etc deutlich vermehrt freie Radikale in unserem Körper produzieren. Das sind nicht etwa arabische kleine Terroristen, sondern extrem toxische Substanzen, die in unserem Körper entstehen und die u. a. an der Krebsentstehung beteiligt sind. Dass das zum Teil von der offiziellen Wissenschaft negiert wird, braucht uns nicht zu wundern. Das man freie Radikale mit Traubenkernextrakten aus roten Weintrauben (OPC, Resveratrol) neutralisieren kann, ist ebenfalls mittlerweile belegte Tatsache.
Wenn ich diese Punkte herausgreife, komme ich zu der Feststellung, dass der Standpunkt der Grünen einfach falsch ist.
Ich übe mein Wahlrecht seit 34 Jahren aus und bin ein Stammwähler der Grünen. Der "großen Linie" zuliebe habe ich oft über gesundheitspolitische Standpunkte, die ich nicht teilen konnte, hinweggesehen. Diese Zeit scheint definitiv vorbei zu sein. Als komplementärmedizinisch tätiger Therapeut kann ich für mich und meine Patienten nur die Schlußfolgerung ziehen, dass die Grünen keine politische Kraft mehr darstellen, welche die Anliegen einer naturheilkundlichen Medizin zu vertreten gewillt ist und daher mein Kreuz auf dem Wahlzettel nicht mehr bekommen können.
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